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Welchen Treibstoff soll ich tanken?

Viele werden sich jetzt sicher Fragen, ob das ein schlechter Scherz sein soll. Ein Auto mit Dieselmotor betankt man mit Diesel und ein Auto mit Benzinmotor tankt man mit Benzin.

Soweit passt diese Annahme schon. (manchen passieren jedoch trotzdem immer wieder Missgeschicke an der Zapfsäule. Benzin kann in den Dieseltank gefüllt werden, da der Benzinstutzen kleiner als der Dieselstutzen ist.) Leider sind einige Motoren am Markt, welche mit dem konventionellen Treibstoffen nicht gut auskommen. Der Grund dafür liegt im gesetzlichen Beschluss der besagt, dass die Beimengung von bis zu 7% Bioanteil in der ÖNORM EN590 zulässig ist. Diese Norm dient zur Sicherstellung einer einwandfreien Kraftstoffqualität. Fahrzeughersteller wurden nicht ausreichend früh über die Änderung der Kraftstoffzusammensetzung informiert und konnten somit keine Veränderungen an den Motoren und Kraftstoffsystemen vornehmen. In jeder Betriebsanleitung eines Fahrzeuges steht, welche Kraftstoffe getankt werden können. Der maximale Anteil an Bio-Komponennten wird auch genannt. Fahrzeuge die zwischen 2005 und 2009 gebaut wurden, sind meist für einen maximalen Bio-Anteil von 5% ausgelegt. Dies liegt daran, dass in diesem Zeitraum eine 5%ige Beimischung gesetzlich gefordert wurde. Ab 2009 wurde der Anteil von Biokomponenten in Dieselkraftstoffen auf 7 Prozent erhöht. Fahrzeuge ab diesem Baujahr sollten dementsprechend mit solch einem Treibstoff problemlos zurechtkommen. Bis heute ist der Grenzwert nicht angehoben worden, obwohl schon seit längerem über die Beimengung von 10% Bio-Anteil Diskutiert wird. Aus Sicht der Autofahrer ist dieser hohe Anteil an Bio-Komponenten sehr bedenklich, da der Kraftstoffverbrauch steigt, Einspritzsysteme verkleben, sich Algen im Tank bilden können, der Motorverschleiß erhöht wird und die Verbrennungsabgase mehr Ruß enthalten. Die oben genannten Probleme betreffen häufig auch Fahrzeuge, die für den Bio-Anteil ausgelegt wurden. Ob durch diese gezielte Lebenszeitverkürzung der Fahrzeuge durch den Staat, die Autoindustrie bereichert werden soll, sei dahingestellt. Jedenfalls muss sich der Konsument besser über sein Fahrzeug informieren und wenn notwendig, auf Kraftstoff ohne Biodiesel-Anteil zurückgreifen. Ein Beispiel für einen hochwertigen Kraftstoff ist die Premium-Linie jenes Mineralölkonzerns, welcher aufgrund von Gier die bisher größte Meeresverseuchung der Welt verursacht hat. Da ich gerade bei diesem Thema bin, möchte ich dir den Film „Deepwater Horizon“ nahelegen. Falls du gerade zwischen einen Elektroauto und konventionellem Verbenner entscheiden musst, wird dir nach diesem Film die Entscheidung sehr leicht fallen.

Trotz allen Vorfällen mit diesem Unternehmen sind die Produkte für großvolumige Diesel- und Benzinmotoren nahezu perfekt. Durch deren Kraftstoffe habe ich selbst schon mehrere Probleme beseitigen können. Lange Zeit bin ich mit normalen Diesel gefahren und habe keine Probleme gehabt. Doch von einem Tag auf den anderen fing es an. Der Dieselpartikelfilter war zu und die AGR Ventile waren verkokt. Teure Reparaturen waren die Folge. Seitdem tanke ich nur mehr Kraftstoffe ohne Bio-Anteil. Der technische Hintergrund, warum Bio-Anteil schlecht ist, sieht folgendermaßen aus. Bei den meisten Dieselfahrzeugen mit Partikelfilter wird der Beladungszustand des Filters durch den sogenannten Differenzdrucksensor gemessen. Dieser Sensor misst den Druck vor und nach dem Filter und gibt ein Signal an ein Steuergerät weiter. Ist der Partikelfilter nun fast voll Beladen, so wird eine Regeneration eingeleitet. Dabei wird zusätzlich Kraftstoff in den Brennraum eingespritzt, um die Abgastemperatur zu erhöhen und somit den Ruß zu verbrennen. Manche Fahrzeughersteller haben anfangs, als diese Technik noch in den Kinderschuhen steckte, ein bisschen Mist gebaut. So geschah es auch bei meinem Jaguar 2.7 Biturbodiesel. Durch eine nicht perfekt abgestimmte Einspritzung, geriet Kraftstoff an die Zylinderwand, wo er an den Zylindern vorbei in den Ölkreislauf gelangt. Dies führt im Laufe der Zeit zu einer verdünnung des Motoröls. Durch ein verdünntes Motoröl läuft man Gefahr, dass sich der Schmierfilm an den Zylinderwenden verabschiedet und der Motor dadurch einen Motorschaden erleidet. Diese Motorschäden passieren oft auf längeren Autobahnfahrten ganz plötzlich. Google doch einfach mal nach Jaguar 2.7 Motorschaden. Sehr viele Menschen berichten über dieses weit verbreitete Phänomen, welches aber nicht nur diesen Motor betrifft. Fast alle Hersteller haben mit diesem Problem zu kämpfen. Dieses Problem ist jedoch wie so vieles im Leben nicht unlösbar. Eigentlich würde ich es nicht als Problem bezeichnen, sondern mehr als Herausforderung, die von wissenden Menschen gut genutzt werden kann. Fahrzeuge die ein solchens Problem sehr häufig haben, werden als unzuverlässig und Schrott abgestempelt. Dies führt zu sehr großen Wertverlusten, die sich ein wirtschaftlich denkender Mensch zu Nutze machen kann.

Die Herausforderung mit der Ölverdünnung lässt sich sehr einfach überwinden. Durch den Einsatz von biodieselfreien Kraftstoff, wird bei einer längeren Autobahnfahrt der im Motoröl befindliche Kraftstoff verdampfen. Lediglich der Bio-Anteil würde zurückbleiben. Somit führt normaler Diesel früher oder später zu einer Zerstörung des Motors. Wenn Probleme wie ein ruckeln beim Gasgeben oder ein rauer Motorlauf vorhanden sind, rate ich zu einem Premiumdiesel zu greifen. Es muss nicht helfen, wäre aber eine günstige Methode den Fehler selbst zu eliminieren. Bei Fahrzeugen die nur in der Stadt unterwegs sind, empfehle ich in allen Fällen den Einsatz von Premium Treibstoff. Nun zurück zur Ölverdünnung. Da ich jetzt den Hauptgrund erörtert habe, möchte ich noch auf ein paar kleine Details eingehen. Eine Regeneration des Filters findet im normalen Fahrbetrieb im geringen Ausmaß immer statt, sofern der Wagen auf Betriebstemperatur ist. Diese reicht aber nur aus, um das Füllen des Filters mit Ruß zu verlangsamen, nicht zu verhindern und schon gar nicht um mehr Ruß zu verbrennen, als im normalen Fahrbetrieb erzeugt wird. Ist das Fahrzeug schon älter, so befindet sich im Filter schon Asche. Diese entsteht durch die Verbrennung von Ruß und kann nicht aus dem Filter entweichen. Je mehr Asche im Filter hängt, desto kürzer sind die Abstände zwischen erzwungenen Regenerationen, welche die Ölverdünnung hervorrufen. Ein Austausch des Partikelfilters ist meines Erachtens nur in den seltensten Fällen sinnvoll. Viel preiswerter ist es, die Filter reinigen zu lassen. Es gibt einige Firmen die sich auf die Reinigung von „vollen“ Dieselpartikelfiltern spezialisiert haben. Mit zirka 400€ ist man dabei. Im Vergleich zu einem neuen Filter ist das ein Schnäppchen. Ein weiterer Punkt, der nicht übersehen werden soll ist das Motoröl. Da Motoröl auch in kleinen Mengen mitverbrannt wird, sollte dieses möglichst Aschearm sein. Beim Motorölkauf ist deshalb genau auf die Bezeichnung ACEA C3 zu achten. Meist steht auch „Dpf geeignet“ auf der Verpackung.

Ein weiteres Problem dies Biodiesels ist die Verstopfung der Einspritzdüsen und die Zersetzung von Leitungen und Dichtungen in und rund um den Motor. Da dieser Kraftstoff so viele Nachteile hat und ich nicht als schlecht gelaunter Autor darstehen will, zeige ich hier ein paar Auszüge aus dem offiziellen Merkblatt der WKO zum Thema Dieselkraftstoff mit Biokomponente:

Auf folgende technische Hinweise ist beim KFZ-Betrieb zu achten

 

Kraftstofftank (Fahrzeugtank)

Lange Stillstandszeiten des Fahrzeugs können zur Ausbildung einer Wasserphase am Boden des Kraftstofftanks führen. Freies Wasser begünstigt sowohl die Entstehung von
Korrosionserscheinungen als auch das Wachstum von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Hefen).

Im Verdachtsfall ist der Kraftstofftank auf abgesetztes Wasser zu kontrollieren; gegebenenfalls ist der Kraftstofftank samt Kraftstoffleitungen von Fachpersonal zu entleeren und zu reinigen; dies gilt auch beim Auftreten von Mikroorganismen.

Kraftstofffilter

Beim Auftreten der oben genannten Verunreinigungen ist davon auszugehen, dass der Kraftstofffilter ebenfalls betroffen ist und gewechselt werden muss. Der Filter kann durch gelöste Ablagerungen aus dem Kraftstofftank sowie durch Mikroorganismen verlegt worden sein. Die Einhaltung der vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Filterwechselintervalle ist für einen ungestörten Betrieb des Fahrzeugs zu berücksichtigen.

Motoröl

Im normalen Betrieb von Dieselmotoren gelangt ein geringfügiger Anteil an nicht verbranntem Kraftstoff an die Zylinderwand des Motors und somit auch in den Schmierölkreislauf. Beim Erreichen der Betriebstemperatur dampft dieser Anteil von Dieselkraftstoff üblicherweise wieder aus dem Motoröl. Aufgrund der höheren Siedelage von FAME im Vergleich zu Dieselkraftstoff reicht die Betriebstemperatur jedoch dafür nicht aus und das Motoröl wird vermehrt mit FAME angereichert. Diese Anreicherung wird vor allem durch häufige Kaltstarts und das Betreiben des Fahrzeugs im Stadtverkehr verstärkt. Es kann hierbei zur Motorölverdünnung und dadurch zu einem geringen Anstieg des Ölstandes kommen.

Es wird empfohlen die vorgeschriebenen Serviceintervalle für Öl- und Ölfilterwechsel des jeweiligen Fahrzeugherstellers zu beachten. Längere Überlandfahrten können sich aufgrund der höheren Öltemperatur positiv auf das Abdampfverhalten des FAME Anteils auswirken.

Dichtungen und Schläuche

FAME wirkt als polares Lösungsmittel, wodurch die in Kunststoffen enthaltenen Weichmacher herausgelöst werden können. Dadurch kann es zu Versprödung und in weiterer Folge zu Undichtheiten kommen. Von den Fahrzeugherstellern wurden im Zuge der europaweiten Einführung von Dieselkraftstoff mit Bioanteil viele
Werkstoffe getestet und ausgetauscht. Dennoch wird empfohlen, das Kraftstoffsystem bei jedem vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Service zu kontrollieren.

Empfehlung für die Lagerhaltung von Dieselkraftstoff

Die Voraussetzung für eine Kontamination liegt im Vorhandensein von Wasser, es ist der Lebensraum für Bakterien. Dies kann zu mikrobiologischem Befall, Schlammbildung, Filterverstopfung, Tankkorrosion führen.

Quelle: www.wko.at

Ich denke, dass dieses Merkblatt für sich spricht und verzichte aus diesem Grund auf eine Tankempfehlung.

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