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Macht Tuning Sinn?

Ich muss zugeben, dass diese Überschrift nicht sehr aussagekräftig ist. Natürlich hängt es von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab, ob ein Fahrzeugtuning Sinn macht. Zunächst möchte ich eine emotionslose Sichtweise auf dieses Thema geben.

Will man eine bessere Beschleunigung, höhere Endgeschwindigkeit oder einen lauteren Auspuffsound, so muss man sein Auto modifizieren. Zur Auswahl stehen neben den altbekannten „Hardware“-Modifikationen wie Auspuffanlage, Ansaugung, Turbolader und vielen mehr die Steigerung der Motorleistung durch Chiptuning. Im Zuge des Chiptuning kann nicht nur das Drehzahl-Drehmoment und Drehzahl-Leistungsdiagramm verändert werden, auch künstliche Fehlzündungen, die für einen aggressiveren Klang des Fahrzeuges führen sind möglich. Immer wieder wird von Toleranzen seitens der Fahrzeughersteller gesprochen, die durch ein Chiptuning ausgenutzt werden. Dies ist jedoch nur in den seltesten Fällen der Fall. In der heutigen Zeit sparen die Autohersteller an jeder Ecke, um den Kunden ein leistbares Auto zu bieten (muss deswegen nicht unbedingt günstig sein). Bei Fahrzeugmodellen mit unterschiedlichen Leistungsstufen, oder Motoren die angeblich in mehreren Fahrzeugen identisch verwendet werden, verbirgt sich eine ganz andere Wahrheit. Je nach Leistungsstufe sind die Motoren mit anderen Kolben, Pleuel usw. ausgestattet. Dies wird gemacht, da Legierungen welche die Belastbarkeit erhöhen, sehr teuer sind. Somit ist es keine gute Idee, den schwächeren Motor einer Modellpalette auf die selbe Leistung, wie der nächst Stärkere zu tunen. Die Lebensdauer leidet darunter dramatisch (natürlich nur, wenn die Leistung auch dementsprechend genutzt wird).

Das Chiptuning eine Belastung für Motor und Antriebsstrang ist, kann wohl nicht verleugnet werden. Professionelles Chiptuning ist jedoch auf das einzelne Fahrzeug abgestimmt und meiner Ansicht nach eine sehr gute Möglichkeit für die Steigerung der Fahrzeugperformance. Das funktioniert jedoch nicht bei jedem Motor und nur in sehr geringen Ausmaßen. Das veränderte Ansprechverhalten kann zum Beispiel mit geringeren Schaltzeiten meiner Meinung nach den Fahrspaß erhöhen, ohne den Antriebsstrang unnötig zu belasten. Von Tuningboxen aus Fernost würde ich abraten, da die Folgen nicht kalkulierbar sind. Ein seriöser Chiptuner gibt auch eine Garantie auf seine Arbeit. Somit kann man sich sicher sein, dass einem keine Todessoftware aufgespielt wurde. Ob im Falle eines Motorschadens einfache Beweise ausreichend sind, um den Chiptuner einen Fehler vorzuhalten, halte ich jedoch für sehr unwahrscheinlich. Somit bleibt Chiptuning immer auf eigene Gefahr.

Geht jedoch nur zu Profis und überdenkt Leistungssteigerungen, die mehr als 10% betragen. Bei Dieselfahrzeugen mit Partikelfilter würde ich aufgrund der erhöhten Russbildung ganz auf Chiptuning verzichten!

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